MarBiNa-Förderpreis 2025

Förderpreis geht erstmalig an einen praktizierenden Arzt am UKGM

Der Mediziner Dr. Niklas Gremke hat einen Hebel entdeckt, mit dem sich resistente Krebszellen gezielt zerstören lassen. Für seine Forschungen erhielt der 34-Jährige den Förderpreis der Initiative für Bio- und Nanotechnologie, die von Stadt, Universität und Unternehmen getragen wird.

„Ich freue mich besonders, dass mit Niklas Gremke erstmals ein Mediziner mit dem Marburger Förderpreis für Bio- und Nanotechnologie ausgezeichnet wird“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies bei der Preisverleihung. Aus seiner Praxis als früherer Klinikarzt wisse er, welches Leid Krebserkrankungen verursachen: „Die Forschungen von Niklas Gremke sind ein Hoffnungsschimmer für Menschen mit resistenten Krebszellen.“ Im Zentrum für Synthetische Mikrobiologie überreichte Spies den mit 5000 Euro dotierten Preis. Spies ist Vorsitzender der Initiative Bio- und Nanotechnologie, die den Preis auslobt.


Niklas Gremke ist bereits der zwölfte Träger des MarBiNa-Förderpreises, mit dem junge Forschende ausgezeichnet werden. Der Hintergrund: Marburg ist ein wichtiger Standort für Bio- und Nanotechnologie. Deshalb hat es sich die von Stadt, Universität und Unternehmen gemeinsam gegründete Initiative zum Ziel gesetzt, Wirtschaft und Wissenschaft durch Gespräche, Seminare und Treffen besser zu vernetzen und Nachwuchswissenschaftler*innen zu fördern. „Echte Innovation entsteht dort, wo unternehmerischer Pioniergeist und exzellente Forschung zusammenfinden“, erläuterte Spies. 

 

Der Forscher und Gynäkologe Niklas Gremke hat einen Weg gefunden, wie sich Resistenzen bei Krebserkrankungen bekämpfen lassen. Der Ansatz stammt eigentlich noch aus der Zeit seiner Promotion, als er über therapie-resistente Lungentumore im Institut für molekulare Onkologie forschte. Seine Ergebnisse waren so beeindruckend, dass sie von Stiftungen gefördert und in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.

 

Seit 2019 arbeitet Gremke in der Universitäts-Frauenklinik und konnte als Teilnehmer des „Success-Programms“ der Uni Marburg drei Jahre lang die Hälfte seiner Zeit für Forschung verwenden. Er baute sich eine eigene Nachwuchsgruppe auf, die nach den Mechanismen und den Bekämpfungsmöglichkeiten von Therapieresistenzen bei Brustkrebs fragte. Er untersuchte die Krebszellen einer Subgruppe von Patientinnen, bei der sich Tumorzellen der Wirkung der Krebstherapeutika entziehen, indem sie einen intrazellulären Schalter (mTOR-Signalweg) aktivieren, der das Wachstum der Tumorzellen wieder hochfährt. Dabei wird zugleich die zelluläre Müllabfuhr gehemmt, mit der beschädigte Zellen und andere Bestandteile abgebaut werden – ein wichtiger Überlebensmechanismus für den Menschen. „Dies ist aber zugleich die Schwachstelle“, sagt Gremke. Die Tumorzellen, bei denen die Müllabfuhr nicht mehr funktioniert, sind nämlich besonders empfindlich gegenüber Wirkstoffen, die den Energiestoffwechsel stören. Dazu gehört das in der Diabetes-Therapie genutzte Metformin.